Ars Sphærologicæ

Sphärentore
Die Theorie der Sphären

Sphaerentore

1. Die Dunklen Pforten

Nach meinen neusten Erkenntnissen, habe ich mich daran gemacht, die allseits bekannten ’Dunklen Pforten’ zu untersuchen, die die alt-ehrwürdigen Magierakademien untereinander verbinden.

Auf jeden Fall handelt es sich um sphaerentechnische und hochmagische Artefakte; wahrscheinlich dämonischen Ursprungs. Die, welche ich besichtigen durfte (Al-Achami Akademie- Fasar) besteht aus zwei Stahlbögen in Klingenform, die aufeinander zulaufen und sich oben schneiden. Unten sind sie in den Boden eingerammt wurde, sodass man die dabei entstandenen Risse, trotz Bearbeitung, noch deutlich sehen kann. Die Bögen sind dreikantig. Die nach innen zeigende Fläche ist schon sehr spröde und wirkt leicht ausgebleicht. Auf dem Boden zog sich ein dunkelgrauer, ebenfalls spröder Strich von Torbogen zu Torbogen. Die Außenseiten sind mit, etwas sonderbaren, Zhayad- Schriftzeichen beschrieben, die aber in normaler Anordnung keinen Sinn ergeben zu scheinen.

Über die genaue Anwendung ließ mich seine Spektabilität Meister Thomeg Atherion leider im Unklaren. Es scheint aber, als gäbe es für jede Akademie in diesem System eine eigene Formel, mit der man das Tor dann anrufen (bezaubern?) müsse um den Zugang zu eben dieser und nur dieser Akademie zu öffnen. Ein heimlich gewirkter Analüs wurde ziemlich unfreundlich von einem anderen Magus abgefangen.

Wird eine Pforte, egal von welcher Seite, aktiviert, entsteht ein Sog, ähnlich dem Auge des Limbus, der in der Mitte zusammenläuft. Man sollte es tunlichst vermeiden diesen Sog zu berühren. Man wird nämlich in den Limbus gezogen und das eventuell auf eine ganz andere Ebene. Nach kurzer Zeit wird der Limbusmahlstrom immer dunkler, bis er nur noch schwarz ist und aufhört sich zu drehen. Nun ist das Tor ausgefüllt von tiefster Schwärze, hinter der aber unmittelbar die angerufene Akademie liegt.

Zwischen den zwei verbundenen Toren besteht dann kein Hindernis mehr. Jediglich der schwarze Vorhang, der Geräusche und Zaubermatrizen abfängt. So man einen Schritt hindurch tut, fühlt man nichts besonderes und ist schon in der nächsten Akademie, eventuell hunderte von Meilen entfernt. Der Schlauch, den wir von den Regenbogentoren kennen, scheint hier auf nicht mal ein Handbreit zusammengezogen worden sein, sodass man die vielen (hundert) Meilen Limbus, die dazwischen liegen gar nicht bemerkt.

Untersuchungen in diverses Bibliotheken brachten zu Tage, dass es wohl auch möglich (gewesen) sei, permanente Dunkle Pforten zu installieren. Diese hätten dann an den Bögen Flächen, die, wenn man sie berührt, die Verbindung zum gewünschten Ort herstellen. Diese Verbindung bleibt dann so lange bestehen, bis man einen neuen Platz anwählt. Es kann sich hierbei aber auch um ein weiteres Gerücht handeln.

Nicht möglich ist es offenbar, offene Lokalitäten via den Dunklen Pforten erreichen zu können. Es werden also immer zwei Pforten benötigt. Auch scheint es nicht ratsam Pforten unter freiem Himmel aufzustellen, da dann dort bei Gewittern gerne ein Mal eine kurze, unkontrollierte Öffnung in den Limbus vor der siebenten Sphaere entsteht und dem ein oder anderen Dämonen als willkommenes Fressen dienen mag.

Die Herkunft dieser Sphaerenapparaturen sehe ich in Myranor. Wobei sich die dort Lebenden dieses Wissen sicherlich teuer vom vielgestaltigen Blender erkauft haben; es aber bis jetzt scheinbar dennoch nicht weiter perfektionieren konnten.

 

2. Feenwälder

Ein noch größeres Phänomen sind die Feenwälder. Sie stellen keine Portale im eigentlichen Sinne dar und bilden im Gesamtbild der Sphaerentore eine interessante Ausnahme.

Fest steht, dass die Feenwälder wohl die ersten der Sphaerentore darstellen, wen auch in (aus heutiger Sicht) sonderlicher Form. So besteht kein abrupter Übertritt von einer Ebene oder Zwischenebene in die andere, sondern er vollzieht sich langsam und unmerklich. Manchmal dauert er mehrere Stunden, manchmal nur Bruchteile davon.

Auch weiß man bis man den Wald wieder verlassen hat nicht, ob man nun in der Feenwelt, oder in Aventurien ist. Es sei denn, ein Waldbewohner teilt es einem mit. Denn die Flora unterscheidet sich nicht (auffällig) von den normalen.

Es kam auch schon vor, dass sich die Wälder einem Reisenden verweigerten. Diesen Abgewiesenen scheint es dann ein ganz normaler Wald zu sein, in dem es sich nicht lohnt, noch länger zu verweilen. Ich denke, dass es sich hierbei um eine Selbstschutzfunktion der Feenwesen handelt, von denen ja bekannt ist, dass sie Auseinandersetzungen scheuen und am liebsten schon vor Entstehen verhindern.

Die Matrix eines solchen Waldes ist für einen Menschengeist unfassbar groß und so verwinkelt und sich ständig verändernd, sodass man nichts außer fremden, entfernt an elfische Magie erinnernde Muster festhalten könnte. Da aber das Blätterdach eines solchen Waldes immer geschlossen ist, aber es im Inneren doch hell, oder zumindest dämmrig ist, liegt es nahe auf eine Illusion zu schließen die normales Tageslicht imitiert.

Meiner Meinung nach gehört zu einem solchen Tor immer der gesamte Wald dazu, da die Bewohner und der Wald selbst erwiesenermaßen an Macht verlieren, wenn Bäume des äußeren Randes gefällt werden. - Und entsprechend wird er auch beschützt.

Zuletzt möchte ich bemerken, dass ich mir nicht sicher bin, ob es sich um ein klassisches Sphaerentor handelt. Es wäre auch möglich, dass der Wald innern um ein Vielfaches größer ist, als er von außen scheint. Ein Komprimierungszauber, oder so etwas ähnliches. Möglich wäre es, aber je länger ich darüber nachdenke, als desto unwahrscheinlicher sehe ich diese Theorie an. Nein, ich habe schon von Wäldern gehört, die Lichtungen beinhalten, die eigentlich nicht zu verbergen sind.

 

3. Regebogentore

Regenbogentore sind höchst interessante Geräte, die der sphaerischen Reise innerhalb der 3. Sphaere dienen. Im Labor des Entdeckers Toh Klidan kann man sich die genaue Beschreibung besehen.

 

4. Sphaerenrisse

Eine absonderliche Form der Sphaerentore stellen die Sphaerenrisse dar. Manche mögen behaupten, dass ein permanenter Planastrale nichts anderes ist, aber all diese irren. Ein Planastrale öffnet bekannterweise ein Tor in den Limbus zwischen der Sphaeren drei und vier, und nicht in den zwischen den Sphaeren sechs und sieben.

Nun muss man nicht gleich denken, dass jeder Riss so groß, wie der Sphaerenriss über der Gor sein muss. Nein, es gibt auch Sphaerenrisse, die nicht einmal ein Spann durchmessen. Durch solche können die meisten Dämonen nicht selbstständig in unsere Sphaere gelangen, bieten aber doch immense Vorteile aber auch Risiken bei einer Invocatio Daimoniae nach sich ziehen können.

So ein Sphaerenriss hat viele Nachteile und die Vorteile bei einer Beschwörung können die Nachteile keinesfalls ausgleichen. Vor allem kann man einen Sphaerenriss nicht so einfach schließen, wenn man ihn nicht mehr braucht. Die größte Gefahr ist natürlich, dass Dämonen in die 3. Sphaere gelangen können, aber ein vielfach unbeachteter Nachteil ist, dass wenn man sich einem solchen Riss zu nahe näher, man sehr schnell darin verschwunden ist und innerhalb kürzester Zeit nicht mehr zu retten ist.

Genaueres über die Matrix lässt sich nicht sagen, da ich leider nicht genug Zeit hatte den großen über der gorischen Wüste lange genug zu studieren; irgendwelche Graumagier konnten es nicht lassen, sich selbst fast umzubringen, um den Riss zu schließen. Dabei hätte er doch ein so interessantes Studienobjekt abgegeben.

 

5. Limbuskanäle

Limbuskanäle nennen wir (oder auch nur ich) jene arkanen Sphaerular-Konstruktionen, welche die verschiedenen Ebenen des Limbus miteinander verbinden. Nachforschungen in alten Werken großer Sphaerologen ergeben, dass es längst nicht die einzigen Verbindungen sind, wohl aber die einzigen, die für uns Menschen erkennbar sind und welche wir auch benutzen können. Kanäle, die zwei Ebenen miteinander verbinden, werden Gradienten genannt.

Dabei ist es gar nicht so einfach einen Limbuskanal im Limbus zu finden. Man muss auf jeden Fall einen Adleraug aufrecherhalten und sich damit genaustens umsehen. Limbuskanäle sind dann daran zu erkennen, dass sich über ein paar Schritte das Grau des Limbus ein wenig verzerrt. In dieser Zone muss man dann mit allem Willen das Ende des Kanals ansteuern. Befindet man sich einmal in der Strömung, so kann man unzählige hauchdünne Astralfäden erkennen. Doch Vorsicht: Es gibt auch limbusexistente Dämonen, die sich dermaßen Tarnen können.

Limbuskanäle sind für menschliche Sphaerenreisende momentan die einzige Möglichkeit, in den Ebenen des Limbus wieder nach unten zu gelangen. Aber sie verbinden keineswegs nur die verschiedenen Limbusebenen, nein sie können auch innerhalb eines Ebene für schnellere Bewegung sorgen und auch gleich drei ganze Ebenen auf ein Mal überspringen.

Auch nennt man die Verbindungstunnel bei Dunklen Pforten und Regenbogentoren Limbuskanal, wobei es bei zweiterem ja auch sichtbar ist, während der Kanal bei den Dunklen Pforten ja auf eine Winzigkeit zusammengezogen ist.

Je höher man in die Sphaeren vordringt, desto häufiger werden solche Kanäle und sie werden auch immer offensichtlicher. Ganz ungefährlich ist das aber auch nicht. Denn manche Kanäle führen direkt oder auf Umwegen in die 7. Sphaere. Und wenn es einem unbedachten Magus nicht gelingt, vorher noch abzuspringen, wobei das, gerade bei diesen sogenannten Mörderkanälen, ziemlich schwierig ist. Und selbst wenn man den Absprung schafft; ist man meist in der großen Bresche.


Theorie der Sphären

Nur wenigen der wirklich großen Zauberer ist es vergönnt, durch die Sphaeren reisen zu können und sich auch anderer genauer anschauen zu können. Als umso glücklicher erachte ich mich, schon zwei Mal, bei einer solchen Reise dabei gewesen zu sein. Hier nun alles, was ich daraus lernte und alles, was mir der Sphaerenwanderer, dessen Namen ich nicht befugt bin hier aufzuführen, aus seinen Studien vorlas oder berichtete.

Die Sphaeren, an der Zahl sieben, sind Ebenen, die zu einem Ganzen gehören. Sie sind fest voneinander durch den Limbus getrennt. Dieser ist hochmagisch und konnte vor Madas Frevel nicht durchdrungen werden. Die und bekannte Welt bildet anscheinend die dritte dieser sieben Sphaeren.

Man kann nur durch den Limbus gelangen, indem man höchst komplizierte Matrizen wirkt, oder durch bestehende Öffnungen (siehe auch Sphaerentore) tritt. Wobei letztere Variante noch um einiges gefährlicher ist, da man nie ganz genau seinen Austrittsort bestimmen kann.

Die zwei ersten Sphaeren, die räumlich gesprochen drunter liegen sollen, sollen die Elementaren beherbergen, wobei es bis jetzt nicht gelungen ist, dorthin vorzudringen. Die drei ersten Sphaeren bilden als Sumus Leib, wobei unsere Dritte wohl die Haut ist.

Aventurien, das raue Riesland, das ferne Güldenland und der heiße Südkontinent, alle liegen in der 3. Sphaere, was diese wohl für die der Menschheit wichtigste macht. Nur die Allerwenigsten kommen vor ihrem Tod aus der dritten Ebene heraus, körperlich noch viel weniger.

Die 4. Sphaere sind die Totenhallen Borons. Sie zu betreten ist Sünde und ich möchte jedem Abraten das zu tun, so er dazu überhaupt in der Lage ist. Hier werden die Seelen der Verstorbenen gerichtet und kommen, wenn sie als würdig befunden werden nach...

Die Zitadelle von Alveran ist die fünfte der Sphaeren. Nur zwei Tore des Limbus führen dort hin, die von göttlicher Hand geschaffen und von Halbgöttlicher bewacht werden und niemand Einlass gewähren, wer nicht her gehört.

Nun kommt die 6 Sphaere. Diese unterstütz die Theorie, dass alle Sphaeren-Ebenen übereinander liegen, kann man sie doch von Aventurien (und damit der 3. Sphaere) aus sehen. Dort hängt der listige Phex seine besonderer Beutestücke auf und Mada ist hier auch anzutreffen. Von dieser Sphaere geht die ganze Astrale Energie aus, was sie für alle magieanwendenden Wesen unabdingbar macht.

Während die göttliche Macht von Alveran, der fünften Ebene ausgeht, ist der Ursprung alles Daemonischen in der siebenten zu finden. Hier hausen die Daimonen und warten beständig darauf, dass ihnen eine Möglichkeit gegeben würde, in andere Sphaeren zu gelangen, um Unheilstiften zu können.